Binnenschiffe Binnenschiffahrt

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Farbe Lack fuerr Verkehrszeichen der Schiffahrt und Binnenschifffah title=

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Binnenschiffe sind vermutlich die ältesten Wasserfahrzeuge, die es gibt. Irgendwann in grauen Vorzeiten haben die Menschen oder ihre Vorfahren vermutlich auf einem Binnengewässer gelernt, daß ein Baumstamm schwimmt und gerudert werden kann. Später kam ihnen die Idee, die Baumstämme zu bearbeiten und sie fertigten die ersten Einbäume und Flöße.

Die Erkenntnis, daß man auf dem Wasser fahren kann, wenn man einen Baumstamm benutzt, kam den Menschen wahrscheinlich an verschiedenen Orten und in allen Erdteilen und im Laufe der Jahrtausende wurden aus den Einbäumen Boote. Die ersten Boote dürften in Binnenseen, auf Flüssen und an ruhigen Küsten ohne starken Wellengang benutzt worden sein.

Im Laufe der Zeit lernten die Menschen, bessere Boote zu bauen, die gerudert und gestakt wurden, irgendwann wurde die Entdeckung gemacht, daß der Wind ein Boot antreiben kann.

Sicher ist jedoch, daß die Anfänge der Seefahrt auf geringe Küstenbereiche beschränkt gewesen sein dürften, während im Binnenland Boote, Flöße und später kleinere Schiffe zum Fischen, Überwinden von Flüssen und Seen und bald auch als Transportmittel dienten.

Phönizier, Griechen und Römer waren die Pioniere der Seefahrt, aber auch im Binnenland wurden in der Antike Waren auf Booten und Schiffen transportiert und der Verkehr auf Flüssen und Seen mag damals den Verkehr auf See, der schwierig und gefährlich war, überstiegen haben.

Mit kleinen Booten und Schiffen aus Holz befuhren die Menschen jedenfalls bis ins 19. und frühe 20. Jahrhundert Flüsse und Seen und transportietenb ihre Waren.

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Dorstener Flieger, ein 5 bis 9 Meter langer und 1,5 bis 2 Meter breiter Nachen, der gerudert wurde. Diese Nachen wurden als Begleitboot auf Rhein, Schelde und Maas und als Transportmittel von Bauern am Rhein bis ins 20. Jahrhundert benutzt

Im 19. Jahrhundert wurden die ersten Hochseeschiffe mit eisernem Rumpf und Dampfantrieb entwickeltund gleichzeitig begann auch der Bau von Binnenschiffen aus Stahl, die von einer Dampfmaschine angetrieben wurde.

Auf den Flüssen zogen nun Schleppkähne zuerst einen Leichter und als die Leistung der Dampfmaschinen größer wurde, mehrere Leichter.

Flüsse sind natürliche Wasserwege, die sich ihren Lauf nach den Launen der Natur durch die Landschaft bahnen. Mit dem Aufschwung der industriellen Produktion seit Ende des 18. Jahrhunderts entstanden immer mehr Fabriken und Industriezentren, die keine gute Verkehrsanbindung hatten, wie man heute sagen würde. Die Wege waren schlecht, oft ungepflastert. Der Landtransport, für den nur Pferdegespanne und Ochsenkarren zu Verfügung standen, genügte nicht mehr. Straßen, Eisenbahnstrecken und Kanäle wurden gebaut.

In Frankreich wurde das Kanalnetz ab ca. 1850 stark ausgebaut. In Deutschland begann der Kanalbau etwas später, aber wer zu spät kommt, ist oft im Vorteil und kann aus den Fehlern anderer lernen. Kanäle wie der Dortmund-Ems-Kanal und der Wesel-Datteln-Kanal, deren Bau oder Ausbau erst nach 1900 begann, waren breiter und konnten ein großes Transportvolumen bewältigen.

Die Modernierungen im Schiffsbau schritten ständig fort. Auf Flüssen wie dem Rhein verkehrten Ende des 19. Jahrhunderts neben altmodischen Booten und Schiffen, moderne Eilfrachter und Schleppschiffe, nach Ende des Ersten Weltkrieges gewannen die “Selbstfahrer” an Bedeutung, Dampfschiffe und später Motorschiffe, die keine Lastkähne zogen, sondern die Fracht im Frachtraum beförderten.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Selbstfahrer immer wichtiger für den Transport von Gütern auf den Kanälen. Schleppverbände waren bei der Kanalfahrt gegenüber Motorschiffen eindeutig im Nachteil. Sie mußten vor dem Schleusen entkoppelt werden, die Kähne einzeln in die Kammern gezogen werden, große Schleppverbände konnten auf den Kanälen nicht fahren und wenn doch mußten die Verbände an den Schleusen geteilt werden und mehrer Schleusungen waren nötig, um alle Verbände ins Oberwasser oder Unterwasser der Schleusen zu befördern.

Maßkähne waren deshalb seit den 1920er Jahren auf den Kanälen schon weit verbreitet. Mäßkähne sind selbstfahrende Schiffe mit Dampf- oder Motorantrieb und Frachtraum. Je nach Fahrgebiet und Größe hatten sie andere Namen, die oft nach dem Kanal und Fahrgebiet gezeichnet wurden, zum Beispiel Sree, Maas, Saar. Disse teilweise kanalisierten Flüsse hatten und haben teilweise noch heute Schleusenkammern, in die nicht jedes Schiff passt. Ein Maßkahn konnte je nach Fahrgebiet also 38, um die 42 Meter oder 50 Meter lang sein, auch die Breiten variierten und nur auf gut ausgebauten Kanälen wie dem Rhein-Herne Kanal und dem Wesel-Datteln-Kanal konnten Schiffe mit Längen bis ca. 82 Meter und ca. 8,5 Meter Breite verkehren.

Schleusen und Kanäle wurden immer wieder ausgebaut und verbreitert. So setzten sich nach 1945 und in den 50er Jahren die selbstfahrenden Motorschiffe durch, die nun überwiegend von Dieselmotoren angetrieben wurden und immer seltner von Dampfmaschinen.

Die technische Entwicklung war längst weiter als der langwierige Ausbau von Kanälen und Schleusen. Bereits in den 1930er und 1940er Jahren wurden die Vorläufer der heutigen Schubboote entwickelt. In Deutschland nannte man sie damals noch “Stoßboot”.

Versuchsfahrten in den 1950er bewiesen, daß Schubbooe, die einen und mehrere Leichter schoben, statt mehrere Kähne an Ketten zu schleppen, wie es in der Schleppschiffahrt üblich war, leistungsfähiger waren. Heute verkehren auf Wasserstraßen wie dem Rhein Schubverbände, bei denen das Schubbboot bis zu 6 gekoppelte Leichter mit weit über 10.000 Tonnen schiebt.

Bis Ende der 1960er Jahre lösten selbstfahrende Motorschiffe und Schubverbände die Schleppschiffahrt allmählich ab, wobei Schubverbände vor allem für die Streckenfahrt auf breiten Stömen eingesetzt wurden und selbstfahrende Motorschiffe in den Kanalgebieten.

Gleichzeitig geriet die Binnenschiffahrt aber in den 1960er Jahren auch in eine Krise, deren Folge Abwrackaktionen waren. der Ausbau der Autobahnen, die Entwicklung moderner und schneller Lastkraftwagen und die Konkurrenz der Eisenbahn machten der Binnenschiffahrt schwer zu schaffen.

Trotzdem konnte sich das Binnenschiff als Transportmittel für Massengüter, schwere Stückgüter, die weder auf der Straße noch Schiene transportiert werden können und als Transporter für flüssige Stoffe weiterhin behaupten.

Die technische Entwicklung der Binnenschiffe ging weiter, modernere und sichere Schiffstypen wurden und werden seit den 1960er Jahren entwickelt, manche speziell an einen Einsatzzweck gebunden, den kein LKW, keine Eisenbahn und kein Flugzeug erfüllen kann. Dazu gehören z.B. Spezialschiffe, die für den Transport heißer Ladungen aus chemischen Fabriken gebaut werden, spezielle Lebensmitteltanker, die Zucker oder Rohstoffe wie Maragarineöl befördern, Schiffe für Schwertransporte, die über lange Strecken nicht sinnvoll auf der Straße und der Bahn befördert werden können, hochmoderne Tanker für Säuren und Gase. Ebenso hat der seit den 1960er Jahren steigende Transport von Containern zur Entwicklung neuer und moderner Binnenschiffe geführt, die heute Linienfahrten mit Containern von den Häfen an der Nordseeküste bis ins Binnenland bis in die Schweiz durchführen. Rhein-See-Schiffe bewältigen sogar Tranporte von England, europäischen Küstenhäfern in Frankreich, Spanien, vom Schwarzen Meer über die Donau und das Mittelmeer bis ins Binnenland oder aus skaninavischen Ländern über die Ostsee.

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