Düker
Dez 3rd, 2009 | By admin | Category: DükerRohrleitungen für Gas, Wasser, Telefon oder Abwasserkanäle müssen häufig über Kanäle oder Flüsse geführt werden. Wenn Brücken vorhanden sind, werden für Rohrleitungen meistens die Unterseiten von Brücken benutzt. Oder es werden spezielle Rohrbrücken gebaut. Wo dies nicht möglich oder sinnvoll ist, werden Düker errichtet. Um Abwasserkanäle unter Flüsse oder Kanäle zu führen, werden fast immer Düker eingesetzt. Im Ruhrgebiet werden auch zahlreiche Bäche mittels Düker unter die Kanäle geführt.
Das Prinzip der Düker ist immer dasselbe. Aber die oberirdischen Bauten können sich sehr stark unterscheiden.

Der große Emscherdüker in Castrop-Rauxel, Einlaßseite. Der große Emscherdüker ist der größte Düker im Ruhrgebiet. Hier wird die Emscher unter den Rhein-Herne-Kanal hindurchgeführt. In einigen Jahren wird er verschwunden sein, oder vielleicht bleiben Reste erhalten. Nach dem Umbau für die Emscher wird dieser Düker nicht mehr benötigt.

Die Auslaßseite des Emscherdükers nördlich des Rhein-Herne-Kanals.

Der Düker des Deipebachs in der Bauernschaft Holthausen (Waltrop).

Der Düker an der Koopmannstraßenbrücke in Duisburg. Viel mehr als das D-Schild und die Betonplatten mit dem Zugang zum Düker ist von diesem Düker nicht zu sehen. Von vielen anderen Dükern, die die Kanäle im Ruhrgebiet untertauchen sind oft sogar nur die D-Schilder zu sehen. An solchen Stellen unterqueren Rohre die Kanäle.
Die Düker im Ruhrgebiet sind in Betrieb und öffentlich nicht zugänglich. Das Betreten ist für Unbefugte verboten und mit Lebensgefahr verbunden. In Hamburg gibt es die Möglichkeit einen stillgelegten Alsterdüker zu besichtigen. Der Alsterdüker wurde in Hamburg ab 1842 nach Londoner Vorbildern gebaut. 1870 wurde unterhalb der Lombardsbrücke ein 2,15 Meter breiter Schacht, der die Abwässer unter der Alster durchleitet, angelegt. Dieser Düker ist inzwischen stillgelegt und kann über den Einstieg an der Binnenalster (Nordseite am Hauptbahnhof) täglich von von 10 bis 18 Uhr besichtigt werden.
Große Düker sind zur Reinigung und Instandhaltung begehbar. Kleine Düker werden mit Ejektoren instandgehalten.

Düker funktionieren nach dem Prinzip der kommunizierenden Röhren (miteinander verbundene offene Gefäße, in denen der Spiegel der Flüssigkeit immer gleich hoch steht).
Um das Wasser eines Baches oder Abwasserkanals unter einem Kanal oder Fluß durch zu leiten, “taucht” der Düker unter dem Kanal.
Auf der anderen Seite kann der Bach oder Abwasserkanal auf dem gleichen Höhenniveau wie auf Seite, von der er in den Düker fliesst, seinen Weg fortsetzen.
Düker werden in verschiedenen Arten ausgeführt. Kleine Bäche oder Abwasserkanäle werden in ausreichend dimensionierten Rohren unter dem Kanal oder Fluß geführt. Von diesen Bauwerken sind oft am Ufer nur die Hinweisschilder mit dem “D” für Düker zu sehen. Wenn es bautechnisch und für die Wartung des Dükers erforderlich ist, kann ein oberirdischer Einstieg vorhanden sein. Für das Wartungspersonal begehbar sind jedoch nur größere Düker. Kleine Düker werden mit ferngesteuerten Spezialgeräten gewartet und instand gesetzt.
Große Düker, die viel Wasser führen oder auch für das Führen von ungewöhnlich hohen Hochwassern ausgelegt werden müssen, sind immer mit oberirdisch sichtbaren Bauwerken verbunden und für Wartungsarbeiten begehbar (z.B. der Große Emscherdüker).






