Lippe

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Die Quelle der Lippe liegt am Westhang des Eggegebirges im Stadtgebiet von Bad Lippspringe. Von dort aus fließt sie in Richtung Südwesten nach Paderborn, durch den Süden der Westfälischen Bucht durch Lippstadt und von dort nach Lippetal und Hamm. In Hamm erreicht die Lippe das nördliche Ruhrgebiet und fließt über Lünen, Olfen, Datteln, Haltern Marl, Dorsten und Hünxe mündet bei Wesel in den Rhein.

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Die Lippe bei Olfen

Parallel zur Lippe wurde von Hamm-Uentrop bis Datteln der Datteln-Hamm-Kanal errichtet und im nordwestlichen Ruhrgebiet der Wesel-Datteln-Kanal, nahe der Lippemündung den Rhein erreicht. In Zeiten mit normalen Niederschlägen werden die Kanäle im Ruhrgebiet mit dem Wasser der Lippe gespeist. Dafür ist bei Hamm ein zentrales Pumpwerk in Betrieb. Ein Zeiten niedriger Niederschläge kann das für die Kanalspeisung nötige Wasser nicht mehr ausschließlich der Lippe entnommen werden; dann wird zusätzlich Wasser aus Rhein und Ruhr in die Kanäle gepumpt.

Die Geschichte der Lippeschifffahrt

Die Lippe ist heute im Bereich des Ruhrgebietes nicht mehr schiffbar und weder für die gewerbliche Schifffahrt noch für Sportboote nutzbar. Weite Teile des Lippeufers und der Lippeauen stehen im Ruhrgebiet unter Naturschutz.

In römischer Zeit und vielleicht schon früher wurde die Lippe jedoch erstmals als Wasserweg genutzt. Die Entwicklung der Schifffahrt konnte sich jedoch auch in der Neuzeit nicht richtig entwickeln. Der Schiffsverkehr wurde durch zahlreiche Wassermühlen und die Versandung der Lippe und der Bildung von Sandbänken im Flußbett stark behindert. Wie an der Ruhr behinderten zusätzlich zahlreiche Zollschranken die Schifffahrt.

Nach den napoleonischen Kriegen kam kam Westfalen 1815 unter die Herrschaft Preußens. In den folgenden Jahren wurden Zollschranken aufgehoben und der Fluß durch den Bau von Schleusen und Kanälen ausgebaut. Oft waren dies kleine Umgehungskanäle, mit denen die zahlreichen Lippewindungen abgekürzt wurden. Im Ruhrgebiet ist heute noch einer dieser Abkürzungskanäle mit Schleuse erhalten, der Kanal und die Schleuse Horst beim gleichnamigen Naturschutzgebiet zwischen Alstedde (Lünen) und Sundern (Bork).

Ab 1826 war die Lippe so weit ausgebaut, dass bis Lippstadt schiffbar war. Die Lippe wurde nun für den Transport von Salz, Getreide, Erz, Holz, Steinen und landwirtschaftliche Erzeugnisse genutzt. Für den Weg von Wesel bis Hamm, den heute ein modernes Binnenschiff in wenigen Stunden zurücklegen kann, wurden damals noch vier Tage benötigt und ein guter weiterer Tag für die restliche Strecke bis Lippstadt.

Die Lippeschiffe wurden allerdings auch auf weiten Abschnitten des Flusses nicht immer durch Rudern, Staken oder Segel fortbewegt, sondern getreidelt. Pferde und oft genug Menschen zogen die Schiffe über Seile an den Treidelpfaden am Ufer.

Mit dem Ausbau der Ruhr zur wichtigsten Wasserstraße im Ruhrgebiet des 19. Jahrhunderts und dem Bau der ersten Eisenbahnen in Westfalen, verlor die Lippeschifffahrt schnell wieder an Bedeutung. Als die ersten Kanäle des Ruhrgebiets Ende des 19. Jahrhunderts in Bau oder Planung waren, stand fest, dass die Lippe keine Bedeutung mehr für die Schifffahrt haben würde.

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