Rhein

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Der Rhein ist einer der wichtigsten Flüsse Europas und längster Fluß Deutschlands. Er ist 1320 km lang, davon sind rund 833 km ab Rheinfelden schiffbar. Einige Nebenflüsse des Rheins (Neckar, Main und Mosel) sind für die Schifffahrt ausgebaut. Über Kanäle ist der Rhein mit weiteren Gebieten Deutschlands verbunden.

Die bedeutendsten Häfen am Rhein sind Rotterdam als Seehafen am Mündungsdelta und Duisburg-Ruhrort als Binnenhafen. Das am Stärksten befahren Stück des Rheins liegt bei Duisburg-Ruhrort, denn hier zweigen die Ruhr und der Rhein-Herne-Kanal ab und sind die Zufahrten zu den Duisburger Häfen.

Der Rhein wurde bereits in vorrömischer Zeit als Wasserweg genutzt. Bis zum Mittelalter war die Schifffahrt auf dem Rhein frei. Es wurden nur Abgaben zur Unterhaltung des Strombettes und der Uferanlagen erhoben.

Im Mittelalter entwickelte sich der Rhein zur bedeutenden deutschen Wasserstraße und einer guten Einnahmequelle für Steuern. Bis zum Ende des 12. Jahrhunderts wurden am Rhein 19 Zollstellen eingerichtet, im 14. Jahrhundert waren es schon 60.

Seit der Industrialisierung Deutschlands zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde der Rhein zu einer der wichtigsten Wasserstraßen Europas und Verbindung zwischen den industriellen Zentren wie dem Ruhrgebiet und der Nordseeküste sowie den südlichen Landesteilen Deutschlands.

Das Ruhrgebiet tangiert der Rhein nur am Westen und führt hier an den Städten von Duisburg bis Wesel vorbei.

In Duisburg-Ruhrort und Meiderich zweigen die Ruhr und der Rhein-Herne-Kanal vom Rhein ab. Über die Ruhr und die Ruhrschleuse ist für die Berufsschifffahrt sowohl der Hafen in Mülheim als auch der Rhein-Herne-Kanal erreichbar.

Bei Wesel und Voerde führt der Wesel-Datteln-Kanal vom Rhein aus nach Osten und verbindet den Rhein mit dem nördlichen Ruhrgebiet, der Emscherzone. Am Kanaldreieck in Datteln verbindet der WDK den Rhein mit dem Rhein-Herne-Kanal und dem Dortmund-Ems-Kanal, über den auch der Mittellandkanal und somit Mittel und Ostdeutschland ereichbar sind.

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Der Rhein bei Düsseldorf-Kaiserswerth im Herbst.

Der Name Rhein

Der Name des Stroms geht vermutlich auf die keltische Sprache oder die Adaption eines griechischen Wortes zurück. Im Altgriechischen bedeutet rhei-n fließen. Die Römer nannten den Strom Rhenus aber als Wasserstraße wurde der Rhein schon in vorrömischen Zeiten genutzt.

Geschichte des Rheins

Der Rhein wird aus dreizehn Quellflüssen gespeist. Die beiden bedeutendsten Quellflüsse sind der Vorderrhein und der Hinterrhein. Beide entspringen im Westen Graubündens in den Schweizer Alpen. Vorderrhein und der Hinterrhein vereinigen sich bei Reichenau zu einem gemeinsam Fluß. Von Chur bis zum Bodensee heisst der Strom Alpenrhein. Vom Bodensee bis Basel fliesst er als Hochrhein in Richtung Westen, dann bis Bingen als Oberrhein und Mittelrhein (ab Bonn) weiter nach Norden. Der nördliche Abschnitt des Rhein vor der niederländischen Grenze gehört bereits zum Niederrhein.

Ungefähr dreißig Kilometer hinter der deutsch-niederländischen Grenze gabelt sich der Rhein und bevor er bei Hoek van Holland (bei Rotterdam) in die Nordsee beziehungsweise mit seinem zweiten Arm im Ijsselmeer mündet, wechseln beide Rheinarme mehrmals den Namen. Der nördliche Rheinarm teilt sich noch einmal und deshalb kann von einer Rheinmündung eigentlich auch nicht gesprochen werden und das Mündungsgebiet wird oft treffender als Rheindelta bezeichnet.

Der Nordarm des Rheins setzt seinen Weg in den Niederlanden als Pannerdens Kanaal, Neder-Rijn und Lek fort. Von diesem Arm zweigt die Ijssel ab, die über Deventer nach Norden fließt und ins Ijsselmeer mündet.

Der südliche Arm setzt den Weg des Rheins als Waal fort. Der Wal ist der bedeutendste Schiffahrtsweg unter den niederländischen Nebenarmen. Aus dem Wal wird weiter talwärts die Merwede, dann die Beneden-Merwede, bis der Nebenarm als Nieuwe Maas Rotterdam fließend erreicht und danach mündet bei Hoek van Holland der Strom als Nieuwe Waterweg in die Nordsee.

Der Rhein hat im Laufe der Jahrtausende mehrmals sein Bett geändert und der heutige Verlauf entspricht nicht dem des Ur-Rheins. Bis zum Tertiär floss der Rhein ungefähr Basel im Bett der heutigen Saône und Rhône zum Mittelmeer. Der Isteiner Klotz, ein gewaltiger Felsen bei Weil am Rhein, der 1947 gesprengt wurde und seitdem seine Monumentalität einbüßte, versperrte dem Strom den Weg nach Norden.

Aber auch in den letzten Jahrhunderten suchte der Rhein sich immer wieder neue Wege durch die Landschaft oder wurde stellenweise künstlich verlegt. Davon zeugen die zahlreichen Altrhein-Arme, die manchmal parallel zum Rhein fließen und wieder in ihm münden, oft aber auch auch teilweise oder ganz vom Rhein abgetrennt sind und einige hundert Meter entfernt des Flußbettes liegen.

Der Rhein als Schifffahrtsweg

Ab Kilometer 150 ist der Rhein zwischen Basel und Iffezheim kanalisiert. In diesem Abschnitt sind zehn Schleusen als Abstiegsbauwerke in Betrieb. In diesem Bereich, besonders jedoch zwischen Basel und Breisach führt der Rhein kein ausreichendes Wasser für die Schifffahrt. Um den Rheinpegel zu erhöhen wird deshalb Wasser aus dem Grand Canal d’Alsace (Rheinseitenkanal) in den kanalisierten Streckenabschnitt gepumpt.

In der oberrheinischen Tiefebene zwischen Schwarzwald und Vogesen, Pfälzerwald und Odenwald wurde der Rhein bereits ab 1817 auf einer Strecke von rund 40 Kilometern begradigt und eingedämmt. Auch in seinem weiteren Verlauf wurden immer wieder das Bett des mäandernden Flusses verändert, um eine zu hohe Strömungsgeschwindigkeit, die den Schiffsverkehr behindert, zu vermeiden.

Bei Straßburg sind der Rhein-Marne-Kanal und der Rhein-Rhône-Kanal die Bindeglieder zwischen der Binnenschiffahrt auf dem Rhein und Frankreich. Neckar, Main und Mosel münden weiter oben als schiffbare Seitenflüsse in den Rhein.

Ab der Mündung der Sieg in den Rhein, fließt der Strom durch Nord-Rhein-Westfalen und ab Bonn wird er Niederrhein genannt. Zwischen Bonn und der niederländischen Grenze bei Emmerich und Kleve ist der Strom ausreichend breit, um unkanalisiert die Schifffahrt zu ermöglichen. Bei Emmerich und Kleve erreicht der Rhein je nach Wasserstand Breiten bis um die 730 Meter.

In Köln ist der erste große Rheinhafen in diesem Gebiet. Weiter nördlich, ebenfalls am linken Rheinufer liegt der Hafen Neuss, der heute eines der wichtigsten Umschlagzentren am Niederrhein ist. Der rechtsrheinische Hafen in Düsseldorf war schon immer unbedeutender als der Neusser Hafen.

Bei Krefeld-Uerdingen liegt der nächste große Rheinhafen. Ein großer Teil des alten Hafengebietes in Uerdingen liegt seit Jahrzehnten brach. Bei Hohenbudberg liegen linksrheinisch die Verladeanlagen der BAYER-Werke als nördliche Abschluß des Krefelder Hafengebietes.

In Duisburg-Ruhrort münden die Ruhr, die bis Mülheim für die gewerbliche Binnenschifffahrt befahrbar ist und der Rhein-Herne-Kanal in den Rhein. Beide Wasserstraßen sind durch zwei nah beieinander liegenden Schleusen (Kanalschleuse und Ruhrschleuse) in Meiderich erreichbar.

Duisburg-Ruhrort ist der größte Binnenhafen Europas. Duisburg entwickelte sich im 19. Jahrhundert dem wichtigsten Zentrum an Rhein und Ruhr für den Güterumschlag von Straßen- und Schienenfahrzeuge auf Schiffe.

Die Ruhrorter Häfen bilden ein weit verzweigtes Netz, aber auch am Rhein liegen auf Duisburger Gebiet zahlreiche kleine Stichhäfen und hafenartige Verladeanlagen. Der Nordhafen Walsum ist der letzte Hafen auf Duisburger Stadtgebiet.

In Wesel mündet der Wesel-Datteln-Kanal in den Rhein und ermöglicht gleichzeitig die Zufahrt zum Hafen Emmelsum und Ölhafen südlich der Lippe. Nördlich der Lippemündung ist ein zweites Hafengebiet für den Umschlag von Massen- und Schüttgütern und Flüssigstoffe.

Rees und Emmerich verfügen jeweils über kleine Häfen mit regionaler Bedeutung. Der Hafen im linksrheinischen Kleve war früher über einen schmalen Stichkanal mit dem Rhein verbunden, der heute noch teilweise erhalten, aber nicht mehr schiffbar ist.

Am Rheinufer befindet sich lediglich eine kleine Anlage zum Löschen von Schiffsladungen.

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