Pontonbrücke in Bochum-Dahlhausen
Jan 1st, 2010 | By admin | Category: Ruhrbrücken
Die Westseite der Brücke vom Südufer der Ruhr aus gesehen.
In Bochum-Dahlhausen ist heute noch eine der seltenen Pontonbrücken in Betrieb. Über die Lewacker Straße auf der Bochumer Nordseite der Ruhr und Auf dem Stade verbindet sie die südlichen Stadtteile Bochums mit Hattingen-Niederwenigern und Essen-Burgaltendorf.
Pontonbrücken sind Schwimmbrücken und können verschieden ausgeführt werden. Militärische Pioniereinheiten erreichten beispielsweise behelfsmäßig Pontonbrücken, die nach dem Gebrauch wieder abgebaut werden können. Als dauerhafte Brücke sind Pontonbrücken heute nur noch selten in gebrauch. Die Pontonbrücke in Dahlhausen ist auf beiden Uferseiten fest verankert, die Brückenträger lagern jedoch auf Schwimmern – den Pontons. Die Brücke wurde 1959 errichtet und ersetzte eine Pontonbrücke aus dem Jahr 1907 (andere Quellen geben auch 1899 an). Die erste Brücke wurde anfangs privat betrieben. Eine in Duisburg ansässige Frau erhielt die Genehmigung zum Bau und Betrieb der Brücke und kassierte für die Brückenbenutzung eine Gebühr, eine Maut, wie wie heute sagen würden. Das Hochwasser nach der Bombardierung der Möhnetalsperre im Mai 1943 beschädigte die alte Brücke so stark, daß sie zuerst für den Verkehr gesperrt und später ersetzt werden mußte.
Bei Hochwasser ist die Brücke gesperrt, denn sie ruht nicht auf festen Pfeilern, sondern den schwimmenden Pontons, die mit dem Wasserstand ihre Höhe ändern.

Am Nordufer kann die Brücke mit Schranken gesperrt werden, denn hier verkehrt die S-Bahn von Hattingen nach Essen-Steele. An Dampftagen des benachbarten Eisenbahnmuseums sind auf dieser Strecke aus historische Lokomotiven und Waggons unterwegs.
Zwischen Essen und Hagen ist die Ruhr nur noch auf wenigen Teilabschnitten für Fahrgastschiffe, Kanuten und Ruderer befahrbar. Zwischen dem Kemnader Stausee und der Pontonbrücke ist die Ruhr bei Niedrigwasser viel zu flach, um schiffbar zu sein. Und bei Hochwasser wäre sie auch bei ausreichender Tiefe nicht befahrbar. Die niedrige Pontonbrücke und das westlich davon gelegene Wehr sind ein Hindernis, dem weiter östlich weitere folgen.
Im 19. Jahrhundert wurden hier noch Schiffe getreidelt und von Menschen und Tieren, die am Ufer, dem Leinpfad, gingen, mit Seilen gezogen. Der Bau von Eisenbahnen und der allmähliche Ausbau der Straßen machten der Treidelschiffahrt schließlich ein Ende.


Blick von der Brücke nach Nordwesten auf Dahlhausen.

Das Restaurant “Zum Ponton” am Südufer.
Wie es früher in und um diese Gegend und mit dem Schiffstransport auf der Ruhr aussah kann man auf den Seiten der Hespertalbahn in historischen Fotos sehen: Hespertalbahn – Der Baldeneysee und der Stollenbergbau
Nur wenige hundert Meter von der Pontonbrücke entfernt liegt das Eisenbahnmuseum Bochum Dahlhausen.






